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Kalibriern und justieren von Hygrometern

Mechanische wie auch elektronische Hygrometer müssen von Zeit zu Zeit überprüft werden. Während die Temperaturwerte in der Regel über Jahre stabil bleiben, zeigen Feuchtesensoren eine Drift, d.h. das Messergebnis verschiebt sich im Lauf der Zeit nach oben oder unten.

Bei guten kapazitiven Sensoren beträgt die Drift weniger als 1% rF pro Jahr, bei Billigsensoren und Haarhygrometern liegt sie u.U. weit höher. Kalibrieren beinhaltet lediglich den Vergleich des Messgeräts mit einer Referenz. Dies kann ein Präzisions-Messgerät sein oder eine physikalische Referenz.

Jedes Messgerät mit Seriennummer lässt sich von einem Kalibrierlabor kalibrieren. Je nach Genauigkeitsansprüchen werden 1 - 3 Feuchtepunkte kalibriert. Sie sollten die Kalibrierung bei der Temperatur vornehmen, bei der Sie später auch messen möchten: der Messfehler kann bei 10°C deutlich anders sein als bei 25°C!

Justieren beinhaltet dagegen das Korrigieren des Messfehlers, wobei an einem oder mehreren Messpunkten nachjustiert wird. Bei Thermohygrographen lässt sich die Drift durch eine Einstellschraube sehr einfach nachjustieren (Einpunkt-Justierung). Doch neigen sie aufgrund von Alterung im Lauf der Zeit dazu, Schwankungen geringer anzugeben als sie sind. Sie messen bei niedriger Luftfeuchtigkeit eher zu hohe Werte und bei hoher schließlich eher zu niedrige, was dazu verleitet, die Klimabelastungen für die Kunstwerke zu unterschätzen. Dies mag eine Erklärung dafür sein, dass bisweilen von Schimmelbefall bei Luftfeuchtigkeiten von angeblich 65% rF berichtet wird (Brown 1994). Dieser Alterungsfehler lässt sich nur durch Vergleichsmessungen bei hoher und niedriger Luftfeuchtigkeit überhaupt erkennen. Die Korrektur des Alterungsfehlers (Zweipunkt-Justierung) am Thermohygrographen ist nicht ganz einfach - in der Regel tauscht man eher die Haarharfe aus.

Zur Überprüfung elektronischer Messgeräte werden von manchen Herstellern Kalibrierstandards angeboten, die auf den von gesättigten Salzlösungen erzeugten Konstantklimata basieren. Trotz aller Dichtigkeit halten die Kalibrierkapseln ihr Konstantklima nicht auf ewige Zeit, vor allem nicht bei häufigen Messungen. Bei guten Systemen ist von außen am Füllstand erkennbar, ob der Standard noch aktiv ist oder nicht.

Eine sichere Variante ist auch, mit aus Ampullen nachfüllbaren Standards zu arbeiten, wie sie von Rotronic angeboten werden. Die Kalibrierstandards sind oft unverhältnismäßig teuer.

Dichte Behälter gefüllten mit reinsten

erlauben bei sorgfältiger Anwendung gute Ergebnisse.

Wichtig dagegen ist, dass Salzlösung und Luft die gleiche Temperatur haben. Die Temperatur im Raum sollte daher konstant sein. Nur wenige Messgeräte lassen sich vom Nutzer anhand der Kalibrierstandards nachjustieren, bisweilen ist hierfür eine spezielle Kalibriersoftware erfordelich. Oft ist ein Nachjustieren nur im Werk vorgesehen (z.B. Tinytag). Bei manchen lässt sich der Sensor austauschen (z.B. Rotronic). Die meisten preisgünstigen elektronischen Messgeräte lassen sich nicht nachjustieren. Sobald die Abweichung zu groß wird, bleibt nur, sie zu entsorgen. Als Schnelltest zur Feststellung der unegähren Abweichung eines Messgeräts kann dessen Fühler mit einem feuchten Tuch umwickelt werden. Nach ausreichender Angleichzeit (ca 1 h) stellt sich unter dem Tuch eine nahezu gesättigte Atmosphäre von ca. 94 - 100% rF ein (testotis). Mit diesem schnellen, einfachen und preiswerten Verfahren lässt sich leicht entscheiden, ob ein Messgerät noch korrekt arbeitet oder ob eine genaue Kalibrierung mit Justage erforderlich ist.

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